6. Seniorenmesse Leipzig 08. - 10. Juni 2009

News - Aktuell

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung der Bevölkerung

hatten wir in diesem Jahr einen Stand auf der Seniorenmesse in Leipzig.

Gleichzeitig entsprachen wir mit unserem Weg in die neuen Länder den vielfachen Wünschen unserer Mitglieder. Informationen, verbunden mit persönlichen Gesprächen und einem Vortrag sollten den Menschen, vor Ort, Gelegenheit geben sich kundig zu machen.

 

Frau Dr. v. Thun-Blaul war mit einem Vortrag vertreten. Herr Bleile  und ich teilten

uns die drei Tage Standbetreuung auf.

 

Am Eröffnungstag drängten sich zahllose Besucher direkt an unserem Stand vorbei in jenen Saal in dem die Schirmherrin der Veranstaltung, Frau Angele Merkel, eine Rede hielt. Erst kurz vor diesem Ereignis wurden die Türen zum Saal geöffnet so, dass sich an unserem Stand lange Warteschlangen bildeten.  

 

Trotzdem waren die Kontakte zu den Besuchern mehr als bescheiden. Verglichen mit unseren Aktivitäten dieser Art in den Jahren nach der Gründung des Vereins hätten wir auf den Einsatz in Leipzig verzichten können.

Andererseits sollte man ja nichts unversucht lassen.

 

Ich habe zwei Vertreterinnen der Presse auf unseren Verein angesprochen. Die reagierten aber desinteressiert mit dem Kommentar >Augen? Die geben nichts her<

 

Erstaunlich unverändert  – gerade für die heute schlechter werdende Zeit -

ist auch die mangelnde Solidarität unter den Gruppen/Vereinen/Organisationen geblieben. Man geht zwar freundlich miteinander um, aber es bleibt nach wie vor bei schönen, aber leeren Worten. Jeder kocht sein Süppchen selbst und schottet sich – mehr denn je – nach außen ab.

Zuweilen kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Selbsthilfe eine sportliche Disziplin ist bei der es darum geht einen Preis zu gewinnen - Konkurrenzkampf inbegriffen. Ein erstaunlicher Umstand der der Sache und dem gemeinsamen Ziel nicht dienlich ist.

 

Auf der einen Seite haben wir also Menschen die sich einer olympischen Selbsthilfe-Disziplin verschrieben haben, auf der anderen Seite sind jene die sich nachfolgend selbst beschreiben. Ja, ich habe über die wenigen Kontakte die entstanden sind ein Protokoll für Sie geführt. Die einzelnen Begegnungen gebe ich in fast ungekürzter Fassung und in authentischer Reihenfolge wieder. Jeden neuen Kontakt kennzeichne ich am Satzanfang mit > 

 

 

> Sie sind nicht Fielmann hier, oder?

 

> Glaukom, AMD, Grauer Star – ich glaube ich habe alles. Aber das überlasse ich dem Arzt. Mehr kann ich sowieso nicht tun.

 

> Wo geht es hier zu Angela Merkel?

 

> Ich bin erst 71 und habe AMD, wo soll das noch hinführen?

 

> Mein verstorbener Mann hatte AMD – aber jetzt möchte ich zu Frau Merkel.

Hat die etwa auch AMD?

 

> Bei mir hat die AMD jetzt angefangen. Mein Mann hat sie schon länger. So schlimm ist das ja nicht, wir sehen nur etwas verschwommener als vorher.

 

> Werden hier die Augen vermessen? ... Dann gehen wir wohl besser zu Fielmann.

 

> Oh, hier gibt es ja Glaukom! Ja, die Augen muss man pflegen. Unverschämtheit, dass man alle zwei Jahre € 35. – für die Druckmessung zahlen muss.

Darauf der Ehemann: Ich zahle nichts, ich hatte Glaukom, bin operiert und somit ist die Geschichte für alle Zeiten erledigt.

 

> Morgen früh um 8:00 Uhr werde ich am grauen Star operiert. Warum muss ich denn den Blaufilter für die Linsen selbst zahlen? Nein, den Arzt frage ich auf keinen Fall, sonst ist er böse und operiert mich schlecht, womöglich noch ohne Narkose!

 

> Ich habe schon genug Probleme mit den Augen, dann möchte ich mich nicht auch noch darüber informieren.

 

> Glaukom habe ich auch. Aber von den Tropfen habe ich Leberschmerzen bekommen. Deshalb habe ich sie weggelassen. Jetzt wasche ich meine Augen zwei Mal täglich gründlich mit Wasser und einer Prise Salz aus. Das hilft auch.

(Die Augen der Dame sahen entsprechend bedenklich aus)

 

> Ich habe seit 30 Jahren Glaukom und habe bisher 4 x tgl. getropft. Jetzt gibt es ein gaaanz neues Medikament und ich tropfe nur noch 1 x tgl. Sie werden es nicht glauben, dadurch habe ich eine deutliche Sehverbesserung.

 

> Was ist denn das Initiative Auge?? Aha, Glaukom und AMD. Das sind zwei schlimme Krankheiten. Damit möchte ich nicht konfrontiert werden.

 

> Warum stehen Sie hier? Sie sollten jetzt lieber mit Frau Merkel sprechen, damit ich die € 10.-- Praxisgebühr nicht mehr zahlen muss.              

 

Ein Gesprächsaustausch, eine Aufklärung oder ein Dialog kam in keinem der Fälle zustande. Die Leute machten auf dem Absatz kehrt und liefen abwinkend davon.

 

Herr Bleile berichtete ähnliches, obwohl er etwas mehr Kontakte verzeichnen konnte. Auch ihm fiel der Schwerpunkt AMD auf, gefolgt vom trockenen Auge.

Große Unwissenheit der Menschen, verbunden mit Schuldzuweisungen in Richtung behandelnder Arzt rundeten sein Bild von der Seniorenmesse ab.  

 

Gez. Hilde Huser