AMD-Formen und Therapie

Augenerkrankungen - A M D

Feuchte AMD:  Die feuchte Makuladegenration verläuft wesentlich rasanter und ist gefährlicher für das Augenlicht. Krankhafte Blutgefäße wachsen in die Netzhaut ein, Flüssigkeit tritt aus den Blutgefäßen heraus, die Photorezeptoren (siehe oben) sterben schneller ab - das zentrale Sehvermögen geht häufig vollständig verloren - und das innerhalb von wenigen Monaten.

Unterformen AMD: Einige Unterformen der AMD kann man inzwischen recht gut behandeln, und so das Fortschreiten der Erblindung zumindest verlangsam. Doch die Mehrzahl der Patienten mit feuchter AMD muss auf neue therapien hoffen, von denen eine bereits in den USA zugelassen ist und erfolgreich angewendet wird. Seit 2006 ist auch in Deutschland  eine diser modernen AMD-Therapien verfügbar.

Früherkennung ist wichtig: Gerade bei der feuchten AMD mit ihren raschen Fortschreiten kommet es ganz entscheidend auf die Früherkennung an. Wer über 40 Jahre ist, sollte jährlich oder wenigstens alle zwei Jahre seine Augen vom Augenarzt prüfen lassen.

 

Sollten Sie plötzlich gebogene, verzerrte Linien sehen, die gerade sein sollten oder verschwindende Buchstaben oder in der Mitte des Sehfeldes ein verschwommener Fleck auftauchen, ist es höchste Zeit, einen Augenarzt aufzusuchen, denn; bei der AMD verschlechtert sich vor allem das zentrale Sehvermögen zunehmend. Geschädigt wird insbesondere die Makula. Die Makula ist jene Stelle auf der Netzhaut des Auges, mit der wir am schärfsten sehen können. In ihr sind die lichtempfindlichsten Zellen - die sog. Photorezeptoren - am dichtesten gepackt. Je mehr diese Zellen absterben, desto schlechter sieht sie betroffende Person. Im fortgeschrittenen Stadium werden Lesen, Auto fahren oder das Erkennen von Gesichtern immer schwieriger bis unmöglich. Die Erkrankung tritt meistens erst an einem Auge merkbar auf. Die Wahrscheinlichkeit, das innerhalb von 5 Jahren auch das andere Auge schwerer betroffen ist, beträgt  45 %.

 

 

Bei der trockenen Form der altersbedingen Makuladegenration ist man weitgehend noch hilflos, bis auf die Therapie gemäß oben erläuterter ARED-Studie.

Bei der feuchten AMD gibt es jedoch seit mehr als 30 Jahren gewisse Therapieansätze. Obwohl diese Form der Erkrankung nur 10 % der AMD-Erkrankungen ausmacht, erblinden 90 % der Betroffenen. Die feuchte MAkuladegeneration entsteht, weil im Bereich der Makula ein unerwünschtes Gefäßwachstum entsteht, die sog. chorioretinalen Neovaskularisationen. Während man bei der diabetischen Retinopathie durch eine Laserkoagulation über die gesamte Netzhaut die Erblindungsrate um fast 90 % senken kann, hilft diese Therapie bei der altersbedingten Makuladegenration nicht, vielmehr ist die Rezidivneigung sehr hoch und es werden gesunde Netzhautareale im Makulabereich zerstört.

Hilfreich ist in vielen Fällen dei Photodynamische Therapie mit Verteporfin, insbesondere bei folgenden Neovaskularisationen:

  • überwiegend klassische subfoveale (subfoveal = unter der Stelle des schärfsten Sehens) CNV
  • minimal klassische subfoveale CNV
  • okkulte subfoveale CNV

Auch bei der krankhaften Kurzsichtigkeit kann die Photodynamische Therapie hilfreich sein.

Ein völlig neuer Therapieansatz sind die VEGF-Hemmer (Vascular Endothel Growth Factor), ein Protein, das sowohl die Gefäßneubildung als auch die Gefäßdurchlässifgkeit erhöht. Bei einer krankhaften Produktion dieses VEGF kommt es zueinem Austritt von Blutflüssigkeit, der sog. feuchten Makuladegeneration. Insbesondere die isoforme VEGF 165 ist am meisten bedeutsam für die Entstehung einer altersbedingten Makuladegenration oder einer diabetischen Retinopathie. Ein neues Medikament, das Pegaptanib hemmt spezifisch dieses VEF.

Dieses Präparat wird in den Glaskörper gespritzt. Es soll alle 6 Wochen über 2 Jahre injiziert werden. Das Mittel ist ein selektiver Antagonist des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors VEGF. Bei diesem VEGF handelt es sich um ein Eiweiß, das die Angiogenese, d. h. das Gefäßwachstum, die Gefäßdurchlässigkeit und Entzündungen hervorruft. Alles Faktoren, die wohl zum Fotschreiten der feuchten AMD beitragen.

Bei der Injektion von Kortison und Avastin in den Glaskörper handelt es sich um Therapien, die sich nicht im Leistungsumfang der Krankenkassen befinden.

Andere Präparate, wie das Bevacizumab, das z. b. als Hemmer des Gefäßwachstums bei metastasierendem Darmkrebs gilt, blockiert alle Formen des VEGF.

Für das Ende Januar zugelassene und jetzt auf dem deutschen Markt erhältliche Macugen gibt es Studien, denen zufolge das Medikament bei allen angiografischen Subtypen wirkt (die genaue Differenzierung der Ursache der feuchten altersbedingten Makuladegeneration erfolgt durch die sog. Fluoreszensangiographie, eine Gefäßdarstellung der Netzhaut- und Adergefäße.


Erfreulicherweise gibt es bei der Injektion dieses Medikamentes in den Glaskörper nur wenige Komplikationen. Schon nach den ersten Injektionen zeigte sich in den Studien ein deutlicher Anstieg und Erhalt der Sehschärfe. Die Gefahr einer Entzündung im Augeninnern ist auf ca. 0,03 % pro Injektion gesenkt worden. Netzhautablösungen und traumatischer grauer Star ist nur ganz selten aufgetreten, eine Augeninnendruckerhöhung gibt es nicht. Im Gegensatz dazu gibt es in fast 50 % der Fäülle nach intravitrealer Injektion eines Kortisonpräparates ein zum Teil schwer beherrschbare Augeninnendrucksteigerung und Ausbildung eines Grauen Stars.