Neues aus der Wissenschaft III 2010 Altersbedingte Makuladegeneration
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. September 2010 um 19:59 Uhr
Neues aus der Wissenschaft - Beiträge 2010
Zurzeit iäuft eine Phase II-Studie zur Behandlung der trockenen Makuladegeneration. Das Medikament (ACU-4429) soll in Tablettenform eingenommen werden können und zähit zur therapeutischen Klasse von Stoffen, die als “C-Zyklusmodulatoren“ bekannt sind, Diese können die Produktion von Nebenprodukten, die zu degenerativen Veränderungen im Auge führen, vorbeugen oder verhindern. Dabei denkt man insbesondere an die trockene altersbedingte Makuladegeneration und die Stargardt-Erkrankung (eine angeborene degenerative Veränderung der zentralen Netzhaut), Eine Tablette täglich hat in den klinischen Studien die Menge von toxischen Beiprodukten reduziert.'
12 pharmazeutische Firmen wollen gemeinsam einen diagnostischen Test entwickeln, mit dem man eine genetische Prädisposition zur Entdeckung der späten altersbedingten Makuladegeneration feststellen kann. Dieser Test soll bereits Anfang 2011 auf den Markt kommen.2
Ein weiterer Ansatz zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration ist die Strahlentherapie mit dem IRay-System, In Europa laufen noch klinische Studien, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Strahlentherapie bei der Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration zu beweisen. 150 Patienten nehmen an diesen Studien teil, davon soll 113 der Patienten nur eine „Scheintherapie" erhalten. Die Strahlentherape erfolgt einseitig in Verbindung mit einem VEGF-Hernmer (VEGF-Hernmer sind Gefäßwachstumshemmer, z. B. Avastin, Lucentis oder Macugen). Man hofft, dass die Sehschärfe bei den Patienten mit Bestrahlung besser ist und man dafür seltener intraokulare Injektionen benötigt.3
Ein weiteres Medikament, das sich in der Phase 1/ II-Studie befindet, wird topisch, d. h. lokal, gegeben bei der beidseitigen geographischen Atrophie, einer besonderen Form der trockenen altersbedingten Makuladegeneration. Bei den Patienten, die OT551 erhielten, wurden die Sehfunktionen besser. Das Medikament verringert u. a, den oxidativen Stress und schützt die Aktivität der Photorezeptoren (lichtempfangende Netzhautzellen) bzw. verringert die krankheitsbedingte Entzündung. Man konnte beweisen, dass die Substanz nach dem Auftropfen den hinteren Teil des Augeninneren, d.h. die Netzhaut und die Makula erreichte. Nach ersten Berichten gibt es keine Ernst zu nehmenden Nebenwirkungen.4
Für Ende 2010 ist eine Phase II bis III-Studie mit einem neuen System geplant, der Verisome Technologie Dabei handelt es sich um ein Medikamentenabgabesystem, das verschiedene Medikamente, auch kleine Moleküle, Eiweißstoffe, Peptide oder monoklonale Antikörper abgeben kann. Dieses System ist bioabbaubar, eine feste, gelartige oder flüssige Substanz. Es wird mit einer sehr dünnen Kanüle in das Auge injiziert, Das Medikamentenabgabesystem baut sich sukzessive mit Abgabe des Medikamentes ab, so dass der Augenarzt sehen kann, ob die gesamte Substanz abgegeben ist Dann ist kein Medikamentensystem mehr sichtbar. Dieses Medikamentenabgabesystem könnte auf Dauer die derzeit noch monatlich erforderlichen Injektionen ins Augeninnere ersetzen, so dass auf Dauer vielleicht sogar nur noch eine Injektion pro Jahr notwendig würde.5
Intravitreale Injektionen (Spritzen in der Glaskörper des Auges)
In den letzten Jahren werden immer häufiger verschiedene Medikamente in den Glaskörper injiziert, Diese Methode hat zunehmend an Boden gewonnen, da bei der Behandlung einer Augenkrankheit mit Tabletten, Tropfen oder Salben die darin enthaltenen Wirkstoffe zwar in den vorderen, äußeren Abschnitten des Auges ihre Wirkung hervorrufen, nicht jedoch in ausreichender Dosierung in die hinteren Regionen des Augapfels, und dort insbesondere in die Netzhaut, vordringen. Da aber die feuchte altersbedingte Makuladegeneration eine Erkrankung ist, die zur Erblindung im Sinne des Gesetzes führen kann und inzwischen den Augenärzten Medikamente zur Verfügung stehen, die erfolgreich diese Veränderungen im Augeninnern behandeln kann, spritzt man nun verschiedene Medikamente in diesen Glaskörper. Dieser ist durchsichtig, er hat weder Blutgefäße noch Nerven und ist deshalb auch nicht schmerzempfindlich.
Die Medikamente werden nach Desinfektion der Augenoberfläche und der Lider sowie nach örtlicher Betäubung in das innere des Augapfels gespritzt. Der Wirkstoff kann dadurch leicht an die Netzhaut gelangen und verursacht deshalb, da es sich beim Auge um einen geschlossenen Raum handelt, auch so gut wie keine Nebenwirkungen in den übrigen Organen.
Solche intravitreale Injektionen dürfen nur Augenärzte injizieren Diese sollten auch über möglichst gute Kenntnisse über die sag. Fluoreszenzangiographie (das ist eine Darstellung der Gefäße im Augenhintergrund mittels eines Farbstoffes) verfügen. Außerdem müssen diese Injektionen in einem für Operationen im Auge geeigneten Operationssaal durchgeführt werden, unter Beachtung der erforderlichen Hygienemaßnahmen. ist dies alles gewährleistet, so gibt es allenfalls in 0,03 % Komplikationen, das sind 3 Personen von insgesamt 10.000, die eine Injektion erhalten. Unmittelbar nach dem Eingriff überprüft der injizierende Augenarzt, ob evtl. Komplikationen aufgetreten sind. Diese sind im Wesentlichen:
- Die Einblutung in den Glaskörper und eine Abhebung der Netzhaut
- Die versehentliche Injektion unter die Netzhaut
- Die Verletzung der Augenlinse
- Eine evtl. Erhöhung des Augeninnendruckes.
Diese Medikamente, die in den Glaskörper injiziert werden, wirken nur eine bestimmte Zeit, deshalb sind in der Regel wiederholte Injektionen erforderlich
Gez.
Dr. Gudrun von Thun-Blaul
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1 Retina today, Nr. 10, April 2010
2 Retina today. Nr. 10, April 2010
3 Retina today. Nr. 12, April 2010
4 Retina today, Nr. 12, April 2
5 Retina toiday, Nr. 51ff April 2010
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