Mai 2007
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. September 2010 um 19:21 Uhr
Neues aus der Wissenschaft - Beiträge 2007
5. Nationale Aktionswoche gegen Glaukom und Makuladegeneration
Unwissenheit kann blind machen
Nationale Aktionswoche klärt über sehr häufige chronische Augenerkrankungen wie Glaukom und Makuladegeneration auf und will zur Früherkennung motivieren.
Während viele Bundesbürger ihre Blutdruckwerte meist bestens kennen und diese regelmäßig kontrollieren lassen, wissen nur die Wenigsten, wie hoch ihr Augeninnendruck ist. Dabei kann diese Unkenntnis unter Umständen das Augenlicht kosten. Ein zu hoher Augeninnendruck ist das wichtigste Kennzeichen eines Glaukoms, und er führt zu einer allmählichen Zerstörung des Sehnerven. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zusätzlich zu den etwa 500.000 Glaukom-Patienten weitere zwei Millionen Menschen mit einem unerkannten Augen-Hochdruck leben. Je früher ein Glaukom entdeckt wird, umso wirkungsvoller lässt es sich behandeln.
„Früherkennung rettet Augenlicht“ lautet deshalb das Motto der 5. Nationalen Aktionswoche gegen Glaukom und Makuladegeneration, mit der das Deutsche Grüne Kreuz e.V., die Initiative Auge e.V. und der Bundesverband der Augendiagnostikcenter e.V. (BADC), die Bevölkerung über die gefährlichsten und häufigsten Augenerkrankungen informieren und zur Vorsorge ermuntern wollen.
Das Heimtückische am Glaukom ist, dass die Betroffenen von Ihrer Erkrankung jahrelang nichts bemerken. Ein Glaukom bereitet keine Schmerzen, und die langsame Einschränkung des Sehvermögens fällt zunächst nicht auf, weil sie sich von Außen nach Innen ausbreitet. Ist der Schaden dann doch unübersehbar, kann man das Glaukom zwar mit drucksenkenden Wirkstoffen wie zum Beispiel Latanoprost erfolgreich stoppen, die bereits vorhandenen Sehausfälle lassen sich jedoch auch durch die beste Therapie nicht mehr rückgängig machen.
Durch eine jährliche Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt, die jeder ab dem 40. Lebensjahr machen sollte, ließe sich das Problem leicht lösen. Der Augenarzt prüft dabei den Augeninnendruck, betrachtet den Zustand des Sehnerven und misst das Gesichtsfeld. Moderne technische Verfahren, wie sie in speziellen Augendiagnostikcentern angeboten werden, erlauben ihm darüber hinaus noch eine genauere Diagnose. Doch leider wird dieses wichtige Vorsorgeangebot in Deutschland noch viel zu selten genutzt. Das Glaukom ist trotz seiner Gefährlichkeit in der Bevölkerung immer noch
relativ unbekannt und Umfragen zeigen darüber hinaus, dass viele Bundesbürger jahrelang gar keinen Augenarzt aufsuchen.
Während der Aktionswoche halten deshalb nicht nur Augenärzte, sondern auch zahlreiche Apotheken und Gesundheitsämter Informationsbroschüren sowohl zum Glaukom als auch zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) bereit. Die AMD bildet das zweite Schwerpunktthema der Aufklärungskampagne. Bei dieser Krankheit geht das zentrale Sehvermögen verloren, man sieht in der Mitte des Blickfeldes nur noch einen grauen Fleck, gerade Linien erscheinen plötzlich gebogen. Lesen oder Autofahren ist dann nicht mehr möglich, die Betroffenen sind auf Hilfe angewiesen. Die Zahl der AMD-Patienten erreicht in Deutschland ebenfalls die Millionengrenze, meist handelt es sich um Menschen jenseits des 50. Lebensjahres. Bis vor kurzem waren die therapeutischen Möglichkeiten bei der AMD sehr eingeschränkt. Doch seit 2006 ist auch hierzulande die erste zugelassene, selektive medikamentöse VEGF-Therapie verfügbar. Dies gibt neue Hoffnung, vor allem für jene die unter der besonders aggressiven feuchten Form der AMD leiden. Aktuelle Studien zeigen, dass diese modernen AMD-Medikamente, die direkt in das Auge gespritzt werden müssen, am wirkungsvollsten sind, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. Auch hier kommt es also entscheidend auf die Früherkennung an.
Ansprechpartner im Organisationsbüro
der Nationalen Aktionswoche
beim Deutschen Grünen Kreuz e.V.:
Dr. Ingolf Dürr
Tel.: 06421-293174
Fax: 06421-293774
E-Mail:
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